Whitney Houston
Posted in siehe Anlage on Juni 2nd, 2010 by Tino – Be the first to commentWhitney Houston, Festhalle Frankfurt, 31. Mai 2010.
Eine große Frau betritt die Bühne. Sie gibt, was sie kann. Denn sie gibt von dem, was sie noch hat. Und das ist nicht viel und auch nicht wenig. Die Musiker, die Tänzer und der Background unterstützen sie großartig, tragen eine rauhe Stimme und heben sie hoch, damit sie wenigstens manchmal an die alte Sphäre erinnert, die nun nie wieder erreicht werden wird.
Das Publikum ist dankbar, wofür ich dem Publikum dankbar bin. Perfektion ist für niemanden zu erwarten gewesen, kein Wunder nach den vielen Berichten über die vorherigen Stationen der Welttournee. Und kein Wunder angesichts der Realität, die Whitney, eine der besten Sängerinnen der Welt, zum Schatten ihrer Göttlichkeit machte. Der Beifall ist großzügig und ehrlich. Nach einer manchmal endlos erscheinenden Zeit der nur lose zusammenhängenden Fragmente des Jazz, der Gespräche mit dem Publikum, der Pausen, der Erzählungen über Michael Jackson und der angedeuteten Melodien großer Lieder braucht es nur den kräftigen Sound eines alten Hits und die sich bemühende Whitney, um das Gefühl und die Gewissheit zu haben, nicht ganz zu spät zu kommen zu jener Frau, die vom Leben bestraft wurde. Dann donnern die Rhythmen durch die Halle, durch die Körper und durch die Seelen und wirken so, wie sie es immer taten. Dann ist alles vergessen und vergeben, dann zählt nur der Augenblick.
Es ist mehr eine Frage des Charakters und des Respekts als eine Darbietung auf hohem Niveau, und es betrifft das Publikum genauso wie Whitney. Beide sind füreinander da und bringen sich alles entgegen, was noch vorhanden und möglich ist. Die Unvergesslichkeit meines Abends ist garantiert; viel mehr garantiert als die Erinnerung an ein Konzert, das sich durch die dauerhafte Hochklassigkeit seiner Leistungsträger beliebig oft wiederholen ließe. Ich habe sie gesehen und gehört. Und bin dankbar.



















