Er hilft

Er sitzt in seinem Büro, einem angemieteten Erdgeschoss von stattlicher Größe. Das gesamte Inventar besteht aus dem, was wir sehen: einem Schreibtisch, einem Stuhl, einer Schreibmaschine. Und eine nackte Glühbirne baumelt von der Decke. Türen und Fenster sind weit geöffnet. Es ist ein großzügiges Reich, ein stiller Ort zum Arbeiten, zum Zuhören, zum Denken. Er arbeitet für jene, die auf das, was er gelernt hat, nicht verzichten können:
Lesen und Schreiben.
Er ist ein Schreiber, er erledigt jede erdenkliche Post.
Seine Kunden stehen neben ihm oder sitzen auf nacktem Boden und vertrauen ihm, abgeschottet von allen Augen und Ohren, vermutlich alles an! Dieses schäbige Büro kann es also mit jedem beliebigen Beichtstuhl aufnehmen. Bevor er sich mir zuwandte und seine Erlaubnis für ein Foto gab, entzog er alle herumliegenden Papiere dem Blick der Kamera. Die Vertraulichkeit und die Sorgfalt im Umgang mit fremden Belangen in einem Land, das kaum Privatsphäre kennt, waren überraschend und auch etwas ergreifend. Bei ihm dürfen Souveränität und Loyalität käuflich und trotzdem wahrhaftig sein.